Caveat

Nachdem ich gerade billigen und schnellen Erfolg beim Bau eines eigenen MIDI-Controllers hatte und deshalb ersthaft darüber nachdenke, ein größeres Analogsynth-MIDIfizierungs-Projekt mit Jenny anzugehen: eine kleine Erinnerung.

"Wenn einer, der mit Mühe kaum/Geflogen ist auf einen Baum,//Schon glaubt, dass er ein Vogel wär - //So irrt sich der." Der Frosch, der auf der Nase landet.
Wie sagt doch ein guter Freund immer:

„Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir Erfolg haben.“

Gut zu wissen, Thomann! TIL… dass man die Luftkissen auch zerreißen kann

Wer einmal etwas bei Thomann bestellt hat, (und haben wir das nicht alle?) kennt die Luftpolster-Kissen, mit denen die wertvollen neuen Spielzeuge verpackt werden. Da Thomann aus gutem Grund übervorsichtig ist und gerne riesige, halb leere Kartons versendet, bekommt man meist eine ganze Menge davon.

Die nehmen zu viel Platz in der umkämpften Mülltonne ein – also bedeutet jedes Paket Fronarbeit: Um es mir mit mit den Nachbarn nicht zu verscherzen, bringe ich die Beutel immer alle zum Platzen, damit ich sie problemlos wegwerfen kann. Nun ja, flache Hand -> Stirn: man muss sie nicht zerstechen – die sind offensichtlich so hergestellt, dass man sie auch einfach in der Mitte zerreißen kann, alle auf einmal.

Fiel mir heute beim Entrümpeln eines Synthesizer-Kartons aus dem Keller auf – und ist ganz klar in der Kategorie „Nutzloses Wissen“: Das mit dem Platzenlassen der Luftpolster übernehmen schließlich in der Regel meine Kinder.

Geekgeschenk mit WAF!

Über den WAF, den „Women’s Acceptance Factor“, habe ich mich schon öfter ausgelassen – eine Umschreibung für die unbestreitbare Tatsache, dass sich tolle Technik für normale Erwachsene nicht immer ganz so toll darstellt und anfühlt wie für den Normalnerd. Um so stolzer bin ich auf dieses leicht nerdige Geschenk: 

Ladestation, weißes Kästchen mit drei Handy-Ruhebänken und Playmobil-Figuren, die die Ladekabel halten
In diesem kleinen Kästchen befindet sich ein Ladegerät, das parallel zwei Android- und iOS-Geräte laden kann und dabei allen Kabelsalat vor den Bewohnern der Wohnung versteckt. (Das Kabel, das an der Seite herausragt, ist nur temporär eingesteckt, um noch einen alten iPod laden zu können.

Wahnsinn: Dieser Handwerker hat Android- UND iOS-Ladekabel dabei. Und muss nicht nochmal zurück in die Werkstatt, um den fehlenden Adapter zu holen.


Die Auswahl der Figuren ist ein wenig zufällig. Ursprünglich wollte ich mal eine gemischt geschlechtliche YMCA-Truppe zum Ladedienst antreten lassen, aber dann fand ich tatsächlich keinen Indianer und hatte die Polizistin verschlampt. Das schnell noch nachgekaufte Überraschungsfigurentütchen enthielt den Magier – passt ja auch ganz gut. 

Die Micro-USB-Ladekabel habe ich mit einem Aufroller eingebaut, der ein ungenutztes Kabel wieder ins Kästchen zurückzieht, für die iOS-Kabel habe ich mir das gespart – die sind ohnehin anfällig genug. Die Bänkchen sind kleine gipserne Kärtchenhalter aus dem Dekoshop, mit Silberlack angesprüht. Wirkt römisch. 

So sieht’s von innen aus: 


Tatsächlich kam das Geschenk gut an und wird seit geraumer Zeit freudig genutzt. Kleiner Nachteil: Die Playmobil-Figuren ziehen die nicht ganz so erwachsenen Frauen in unserer Familie geradezu magisch an – deshalb ist der Laptop festgeklebt, und manchmal muss ich der Kleinsten den Kopfhörer für das City-Girl wieder abjagen.

When exactly did analog synths become cool again?

Have a look at this picture.
First picture of the JEN SX-1000 after it arrived
Do you like what you see? Of course you do.

Analog is cool. Prices for analog gear are consistently going up. Just when processing power, sophisticated audio algorithms and smooth user interfaces have become ubiquitous, manufacturers have started developing and selling new analog synth hardware. Yes, I know: Analog sounds different, you say. Tell you what: I don’t believe it. Reminds me of those types who swore that golden CDs sounded better than the silver ones. It’s not the sound. Like I said: Analog is cool.

Just about thirty years ago, analog became uncool. Yamaha’s digital DX7 synth proved that digital was cheaper, more reliable, and more versatile than the old technology. Analog became harder and harder to sell, even in the discount variety that came without all the expensive knobs and switches, and one by one, the former giants went out of business: ARP. EMS. Oberheim. Moog. The whole Italian synth industry. Poof.

When did analog become fashionable again? The simple JEN synthesizer I am fixing and upgrading may provide an answer to this question. To be honest, there is quite a lot not to like about this machine. Single oscillator: tends to sound thin. Simple filter design: lacking bass punch and proper key tracking. Only one LFO with only one waveform (triangle). Portamento but no legato. Not to mention the no-brainers of modern (ie 1980s ff.) technology: preset memory, MIDI and USB interface, stable tuning.

On Sonicstate.com, there is a review page for the Jen SX-1000. Users may rate their synth from 0 to 5 points, 5 being the top rating. Taking these reviews, you can see the gradual change from fairly mixed reviews to an unanimously positive opinion.

jensx-cool

Granted, there is a systematic bias: why should anybody who didn’t like analogs to begin with acquire and rate a Jen? Still, this graph shows one thing to me: The point where analogs became cool again was somewhere around 2001 to 2002.

Now we know when. If you’ve got the patience, let me argue why.

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iPad Air: Shut up and take my money!

Yes, I know. We’re all a bit disappointed with the „New New New iPad“, a.k.a. iPad Air. And remember what Apple pulled off when they discovered that they had a game-changing new component, the Retina display, but the overall hardware wasn’t up to the level yet – they sold it as the iPad 3, only to be replaced with the iPad 4 less than a year later.

No, I’m not bitter with Apple over that. Well yes, I am, but the problem with my iPad 3 is that processing power has become an issue when using it for making music – an important use case for me. Waldorf’s Nave is a dream of a soft synth, but it’s pushing my iPad to the limit – run Nave, and you won’t be able to run much else. So processing power is increasingly becoming the driving force in deciding on what to buy and when.

The least thing that you could say about the iPad Air is that it’s going to drive down the prices for iPad 4’s. But considered that the Air is sporting a variant of the last-generation Apple A7 processor, you can expect it to have about double the processing power of an iPad 4, or about six times the performance of the iPad 3. That’s presumably worth a hundred Euros extra.

To get rid of the iPad3 now might be a good idea anyway. See Tim Webb’s analysis over at Discchord:

The iPad 3 shipped with an inferior processor incapable of keeping up with the huge retina display, and suffered a life-time of sluggish performance and annoying bugs. Developers consistently tell me that the majority of their bug reports come from iPad 3 users.

Now there you go. Unfortunately, this means that my carefully hand-modded IO Dock becomes obsolete – the iPad Air, due to its smaller bezel and different overall dimensions, just won’t fit, and there’s the issue of the Lightning connector which the IO Dock doesn’t have – although there are reports that an adapter would work, this would mean additional tinkering, soldering, dremeling. With hardly any chance of producing satisfactory results.

So what I’ll probably do is build a USB setup from scratch, with a modded Lightning-to-USB-adapter capable of charging the iPad; maybe with a powered hub, and a multi-channel interface like the Akai EIE. (Good list of class-compatible, iPad-friendly devices here.) It’s far from perfect, and maybe sometime I’ll integrate it into my own Dock. Once again, terra incognita.

QuNexus: Das Griffbrett für den aufstrebenden iPad-Synthesisten

Update. 27.6.13: Nicht nur, dass Keith McMillen innerhalb von Stunden auf meinen Bugreport reagiert hat, das in der Antwort angekündigte Update ist inzwischen draußen – der Editor V1.1 behebt die bemängelten Schwächen.

Frisch von Kickstarter: Gerade ist mein Exemplar aus der ersten Serie QuNexus-Keyboard-Controller von Keith McMillen eingetroffen. Echt klein – und fühlt sich trotz all dem Plastik nicht billig an, sondern solide und wertig. Alles, was man braucht, um mit dem iPad Musik zu machen – das Camera Connection Kit und ein paar tolle Softsynths wie Sunrizer, Magellan oder (ganz neu! ganz heiß!) der Waldorf Nave liegen ja ohnehin in jedem besseren Soundbastlerhaushalt herum.

Größenvergleich: Der komplette QuNexus würde glatt 4x auf die Fläche meines M-Audio Axiom 25 passen. Und ist dabei deutlich leichter zu transportieren und zu programmieren.

Größenvergleich: Der komplette QuNexus würde glatt 4x auf die Fläche meines M-Audio Axiom 25 passen. Und ist dabei deutlich leichter zu transportieren und zu programmieren.

Alles da, was man braucht also – vorausgesetzt, man kommt mit den frickeligen Minitasten zurecht und findet die richtige Kombination aus QuNexus-Programmierung und  Synthesizer-Sound.

Portabler Altar für Tastengötter

Vor vielen, vielen Jahren, ich war noch deutlich jünger, da träumte ich von einem Chapman Stick. (Es waren gerade noch die verdammten 80er, you see.) Zum Glück habe ich mir nie einen angeschafft, denn für jemanden wie mich – einen handwerklichen Dilettanten mit großer Experimentierfreude, aber immer zu wenig Zeit und zu wenig Lust zum Üben – wäre es genau das falsche Instrument gewesen. Ich hege den Verdacht, dass es mit dem QuNexus genauso sein könnte; die Anordnung der Tasten ist ähnlich wie bei einer Klaviertastatur, aber meine Finger finden sich einfach nicht zurecht. Da ist viel Übung gefragt.

Vermutlich hat Keith beim Kalibrieren des QuNexus auch an kräftigere Finger gedacht als die meinen, denn ich schaffe es auch mit größter Kraftanwendung nicht, den Dynamikumfang der Anschläge und der Aftertouch-Funktion auszuschöpfen. Ein Midi-Monitor bestätigt meinen Verdacht: Werte über 107, 108 sind nicht zu erreichen. (Allerdings kann man da mit dem Editor nachjustieren und andere Dynamikkurven, Schwellen und Verstärkungen einstellen.)

Der Editor: Mehr als eine v1.0 gebe ich ihm nicht

Womit wir beim Editor wären, meines Erachtens derzeit der größte Schwachpunkt des QuNexus. So wie er sich auf meinem Netbook gibt, scheint er fest für die Bildschirmauflösung 1024×768 konzipiert zu sein – der deutlich höher auflösende 10“-Bildschirm meines Samsung NF310 ist nur etwa zu einem Viertel gefüllt, was für die Lesbarkeit nicht gerade optimal ist. Und er gibt mehr Flexibilität vor, als er tatsächlich ermöglicht.

Der QuNexus-Editor v1.0.1: Screenshot bei 1366x768

Der QuNexus-Editor v1.0.1: Screenshot bei 1366×768

Gut, man kann Empfindlichkeit und Dynamikverlauf einstellen und die Parameter Druck und Druckpunkt den üblichen Midi-Controllern zuweisen. Gedacht ist das für die Standard-Synthesizer-Controller: Schwächerer oder stärkerer Druck auf die Taste ersetzt das Modulationsrad, der Druckpunkt (ob man die Taste am vorderen oder hinteren Rand drückt) dreht an der Tonhöhe – wie ein Pitchrad, wobei der QuNexus mit einem Trick auch polyphon pitchen kann: wenn man will, wird jeder Tastendruck auf einem eigenen Midi-Channel übertragen, was ermöglicht, jede Stimme unabhängig von den anderen zu verbiegen.

Ein paar Wünsche bleiben – zumindest bei mir – offen:

  • Ich würde gerne das „Bend“-Pad unten links frei belegen können – und nicht nur als Pitchwheel-Ersatz nutzen. Zum Beispiel als Modulationsrad. 
  • Es hat keinen Sinn, den „Tilt“-(Druckpunkt-)Parameter auf jeden Midicontroller legen zu können, wenn man den Nullpunkt nicht richtig bestimmen kann. Tilt für CC 1 (Modulationsrad) – nicht brauchbar, weil der Controller die Mittelstellung überträgt. Man könnte sich noch helfen, wenn man dem Editor einen Offset von -64 angeben würde, so dass die Nullstellung auch wirklicn 0 überträgt, aber leider kann man für den Offset keine negativen Werte eingeben.
  • Sowieso: Warum nicht Druck vorne für Modulation, Druck hinten für einen anderen Midi-CC?
  • Man kann einen Parameter immer nur einmal zuweisen – wäre aber schön, wenn man über den Druck sowohl Channel- als auch polyphonen Aftertouch steuern könnte.

Soweit meine paar Kritikpunkte; ich bin fast überzeugt, die Software wird reifen. Und ich werde üben. Und die nächste Bastelei steht auch schon fest: mal einen alten analogen Joystick suchen – und dann einen kleinen X-Y-Controller an den Eingang für die beiden Fußpedale anschließen…

Hier mein Unboxing-Video (auf englisch).

Möchte vielleicht jemand ein Hochzeitskleid…?

Sie sind eindeutig hinter mir her.

Okay, nenn mich paranoid. Das heißt nicht, dass sie nicht hinter mir her sind. Oder wie erklärst du dir das, dass ich in zwei Blogs dieselben Kommentare bekomme – hier und drüben beim Webmontag? (Und nebenan mein Alter Ego bislang völlig unbehelligt bleibt.) Nein, mein Bastler-Ich ist in ihr Visier geraten.

Fiese Hochzeitskleider-Kommentarspammer.

Schamlos geklaut bei heavy.com (Klick aufs Bild linkt zur Originalquelle)

Mit ihren Kumpels, den Louis-Vuitton-Dealern, wird die wackere Antispam Bee ja noch fertig, aber die Angebote, die „cheap wedding dresses“ oder auch „wedding dress uk“ offerieren (oder in Ausnahmefällen auch schon mal einen Anzug für den Bräutigam), rutschen durch den Spamfilter. Und da der Spam-Angriff wirklich heftig ist – ich zähle etwa  200 Spam-Kommentare alle 24 Stunden – habe ich mal nervenschonend die Wortkombinationen „dress „, „dresses „, „uk “ und noch ein paar weitere von Hand in den Filter eingetragen.

Also, wer sich hier in den Kommentaren über seine Suche nach Hochzeitskleidung auslassen will, hat Pech; im Zweifelsfall einfach eine Mail schicken, ich hätte da dann was. (Obwohl ich so den Verdacht habe, die Angebote, die da per Kommentarspam eintrudeln, könnten nicht so ganz seriös sein… wie gesagt: paranoid.)

Die Technik-Revolution frisst meine Pakete: Offener Brief an DHL

Edit/Nachtrag, Januar 2013: Es zeigt sich mal wieder, dass Rants sich nicht lohnen – man regt sich über Dinge auf, die bei Licht betrachtet den Aufriss eigentlich nicht wert sind. Und ich muss beschämt zugeben, dass der unbekannte Helpdesk-Mensch von DHL Recht behalten hat: alles wurde gut. Die überfällige Packstation-Ausweiskarte tauchte genau im rechten Moment am Samstag vor Weihnachen auf – und ich war gewarnt und konnte das Einschreiben entgegennehmen. Allerdings: um eine kleine, aber feine Schlusspointe ist das Ganze inzwischen reicher. Also gut: hundert Zeilen völlig übertriebene Aufregung mit Schlussgag.

Und Dir, liebe Post-Tochter DHL, hätte ich das ja eigentlich nicht zugetraut. Aber Du hast es doch tatsächlich geschafft, Dein System der automatisierten Selbstbedienungs-Postämter (a.k.a. „Packstationen“) zu bauen, ohne an die Möglichkeit zu denken, dass mal jemand seine Karte verliert. Und noch so ein paar Dinge. Deswegen schreibe ich Dir jetzt diesen Brief. Aber der Reihe nach.

Robot eating hamstars (CC BY-SA hapinachu/via flickr)Okay, ich gebe zu, ich hatte das nicht ganz zu Ende gedacht. Als Du mich wissen ließest, dass man an der Packstation jetzt einen per Handy übermittelte Einmal-Code benutzt, um Pakete auszulösen, da hatte ich irgendwie angenommen, dass man die Ausweiskarte – Dir beliebt es, sie großsprecherisch „Goldcard“ zu titulieren, als sei sie eigentlich zum Yachtenkaufen und Koksschnupfen da – dass man, naja, die Ausweiskarte jetzt nicht mehr braucht. Und habe sie aus dem Geldbeutel genommen. Wie gesagt, war dumm von mir.

Ersatz ausgerechnet per Post – was kann schon passieren?

Aufgefallen ist mir das, als ich dann die ersten bestellten Weihnachtsgeschenke für die Familie aus dem Paketroboter holen wollte und mich nicht ausweisen durfte. Nun ja. War ja rechtzeitig – also online recherchiert, flugs eine Mail geschrieben und… erst einmal zwei Tage nüscht gehört. Nach zwei Tagen kam dann die Zusage, eine neue „Goldcard“ sei unterwegs und gehe mir „in den nächsten Tagen“ zu.

(An dieser Stelle, liebe DHL, müsste ich eigentlich etwas kleinlich werden und anmerken, dass Du mir natürlich auch hättest schreiben können, dass die Zustellung einer Ausweiskarte bei Dir sieben Tage dauert. Wie mir dann viel, viel später eine Deiner Telefondrohnen verraten hat. Und dass das Ding per Einschreiben kommt, hast Du mir damals auch nicht gesagt – ich wäre also glatt nochmal zur verhassten Postfiliale am anderen Ende des Viertels geschickt worden, weil ich natürlich nicht daheim bin, wenn der Postbote klingelt. Und die Nachbarn hätten dann ja keine Vollmacht. Aber wenn ich Dir das vorhalten würde, wäre es kleinlich. NA UND? Dann bin ich eben kleinlich!)

Fiese Tricks mit der Warteschleife

Wie auch immer: ich wartete, Zeit verrann. Die Karte kam nicht. Dafür verrann die Aufbewahrungszeit für mein erstes Paket unerbittlich. Wenn es aber zurückgeht, bekomme ich die Geschenke nicht mehr rechtzeitig vor Weihnachten. Also laut mit den Zähnen geknirscht und bei der Hotline angerufen.

Die Hotline-Nummer ist gut versteckt – irgendwo im Bereich „FAQ“ auf der Seite paket.de (klar: sie einfach unter „Kontakt“ zu schreiben wäre irgendwie, naja, uncool). Die Warteschleife bis zum Erstkontakt mit einer Betreuerin: 20 Minuten, was, wie ich inzwischen weiß, eine ganz gute Zeit ist. Besonders nett finde ich übrigens die Mühe, die Du, liebe DHL, in die gelegentlichen Sprünge in der Warteschleifen-Melodie investiert hast: da denkt der Kunde unbewusst, hier tut sich was, gleich bin ich dran! Als ich dann tatsächlich dran bin, verlängert die wirklich sehr nette Telefonistin mal die Lagerzeit für mein erstes Paket bis zum 27.12. Das müsste dann doch reichen, sage ich. Das wolle sie doch hoffen, sagt sie.

Leider entgeht mir der sarkastische Unterton.

Das hätte nicht passieren dürfen: Man hat mir mein Paket gegeben!

In der Zwischenzeit sind zwei weitere Pakete in der Packstation angekommen, respektive eines davon eben nicht, weil es zu groß ist und wieder an die verhasste Postfiliale umgeleitet wird. Dort erwartet mich eine angenehme Überraschung: Die Post hat Personal aufgestockt für die Weihnachtszeit; es geht flott voran. Ich bin schnell am Ziel – wesentlich schneller jedenfalls als bei Deinem DHL-Callcenter, das offenbar nicht für die Zeit des Päckchenschickens aufgerüstet worden ist. Gute Leute sind eben nicht leicht zu finden. Das merke ich auch in der Postfiliale: Dort händigt man mir das umgeleitete Paket nach einem Blick auf meinen Personalausweis aus. Umstandslos.

Ein entsetzlicher Fehler, wie mich einen Tag später eine weitere Callcenter-Drohne belehren wird; niemals hätte ich ohne „Goldcard“ an das Paket kommen dürfen. „Da haben die wohl einen Fehler gemacht“, sagt er mir gönnerhaft.

Kein Geist in der Maschine

Der im Weihnachtsstress zermürbte Telefonist erzählt mir noch mehr. Nämlich, dass die „Goldcard“ wohl nicht gleich in Auftrag gegeben worden sei. Und das dauere eben sieben Tage, bis sie dann morgen bei mir ankäme. Per Einschreiben. Ganz sicher.

„Und wenn nicht?“ frage ich.

Das Einschreiben werde wohl ankommen. Da sei er sich sicher.

„Und wenn nicht?“ frage ich.

Und dann erfahre ich, was ich schier nicht glauben kann: dass es nämlich anscheinend keinerlei Möglichkeit gibt, jemandem im Notfall schnell den Zugang zu seinem Paket zu ermöglichen. Ja, umleiten kann man’s, aber das dauert drei Werktage. (Auch scheint die Möglichkeit nicht so beliebt zu sein, dass man den gemeinen Kunden darauf offensiv hinweisen wollte). Also: Keine provisorische Ausweiskarte mit begrenzter Gültigkeitsdauer zum Download. Kein Einmalcode per SMS. Alles nicht vorgesehen. Als sei das noch nie passiert: keine Ausweiskarte und ein Paket, das der Kunde braucht – unbedingt und schnell.

Mit Verlaub, liebe DHL, da hast Du Dir ja einen schönen Sockenschuss von System andrehen lassen. Und komm mir nicht mit Sicherheitsbedenken: war nicht die Begründung für die Einführung des ganzen Systems mit den SMS-Freischaltcodes, dass die Goldcard allein überhaupt nicht mehr sicher ist?

So macht man das

Als ich mich einstmals bei der Packstation angemeldet habe, da war ich überzeugt, eine Win-Win-Situation zu finden: ich muss nicht mehr auf die verhasste Filiale und Du, liebe DHL, sparst Geld. Inzwischen glaube ich das nicht mehr – dafür hast Du mich inzwischen einfach zu oft doch auf die verhasste Filiale geschickt. Weil die Packstation voll war, oder auch einfach so. Da war auch schon mal ein Fach, das mein Paket mit einer teuren SSD enthalten sollte, einfach leer. Und als ich Dir das meldete, bestand Deine Reaktion darin, mir zu bescheiden, ich solle mich doch bitte an den Absender wenden, der könne ja nachforschen lassen.

Und der einfache Service: „Wenn Postkunde nicht zuhause anzutreffen, dann gehe mit dem Päckchen zur Packstation. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über verhasste Postfiliale.“ – auf den Dreh scheint auch noch keiner gekommen zu sein. Nein, kein Grund, mir zu danken.

Inzwischen schaue ich, wenn ich etwas bestelle, jedenfalls unwillkürlich danach, ob der Versand eine Alternative zu Dir, liebe DHL, anbietet. Zum Beispiel Hermes. Die geben das Päckchen nämlich einfach beim Friseur um die Ecke ab.

(Bild: CC BY-SA hapinachu via flickr)

Und jetzt die Pointe…

…auch wenn, wie eingangs erwähnt, die ganze Angelegenheit dann doch die Aufregung kaum wert war: bemerkenswert finde ich doch, dass mich im Januar noch etwas erreicht hat – eine weitere „Goldcard“, wieder per Einschreiben. Jetzt habe ich also zwei. Sage niemand, DHL habe sich nicht um eine Problemlösung bemüht!

Meine Klassenfahrt zur re:publica

Nur mal so: das hier erzähl ich heute abend auf dem Webmontag. (Der andere Typ, der hier ab und zu rumquatscht, hatte drüben seine rp12-Erfahrungen schon für seine Kollegen in ein Storify gepackt.)

Mashup: DV- und AVCHD-Videos unter Linux

Mit der Flip, der Einfachst-Einknopfkamera für Webvideos, habe ich mich ja vor einiger Zeit ausführlichst beschäftigt; nun bin ich ihr – unerwartet – wieder begegnet: Ali vom Webmontag brauchte dringend Videos, weil das übliche Filmteam abgesprungen war. Außerdem kam der Applausometer, den wir auf eben jenem Webmontag eigentlich einsetzen wollten, nicht recht voran. Also eine spontane – was sonst: Bastellösung für die Webmontags-Videos: Neben einer geliehenen alten DV-Kamera auf dem Stativ eine Flip HD – gestellt netterweise vom reverb.mag – mit einer weiterentwickelten Variante der „Poor Man’s Steadicam“, auf offener Bühne gebastelt. Die ich hiermit offiziell Steadiflip taufe.

 

Steadiflip: Nette kleine Pointe am Rande…

In der Pause kam Katharina auf mich zu, eine Neu-Frankfurterin, die für ihren alten Arbeitgeber die Flip in Deutschland vermarktet hat – und meinte: Das hätte ich damals gern schon gekannt! Die Flip ist ja wie gesagt Geschichte, aber sie hat versprochen, mal bei ihren alten Kollegen nach einem Restexemplar für meine Redaktion zu suchen… :)

Das war der spaßige Teil. Und jetzt…

…kam etwas, das ich – naiverweise – für völlig trivial gehalten hatte: Die Videos schneiden. Das fängt beim Schnitt-Programm an und hört dort noch lange nicht auf. Weiterlesen