Proof-of-concept: Alesis IO Dock bekommt einen Hub

iPad im IO Dock - macht das Midikabel am wackeligen Camera Connection Kit überflüssig

iPad im IO Dock – macht das Midikabel am wackeligen Camera Connection Kit überflüssig

Am Alesis IO Dock führt kaum ein Weg vorbei, wenn man mit dem iPad Musik machen möchte. Zugegeben: man kann Verstärker auch an den Kopfhörerausgang anschließen, und für die Verbindung zum Midi-Masterkeyboard sorgt auch die Kombination aus Camera Connection Kit und einfachem Midi-Adapter. Wirklich betriebssicher ist das nicht, dafür sorgt allein der 30-polige Apple-Stecker. Das IO Dock gibt dem iPad nicht nur eine stabile Heimstatt, in der es mit Strom versorgt wird, es bietet vor allem exzellente Audio-Ein- und Ausgänge in stereo, einen regelbaren Kopfhörerausgang, Goodies wie Phantomspeisung für Kondensatormikros und Midi- Ein- und Ausgänge. Unverzichtbar.

In einem Punkt ist das IO Dock einem Camera Connection Kit allerdings unterlegen: es bietet keine Möglichkeit, zusätzliche USB-Geräte einzuschleifen. Bei mir wäre das ein kleines Masterkeyboard namens M-Audio Axiom; man kann es entweder über die klassische Midi-Schnittstelle anschließen – wobei es seinen Strom dann über ein klassisches 12V-Steckernetzteil bekommt – oder einfach über USB: dann hat das Keyboard nicht nur Anschluss, sondern wird auch gleich über die USB-Speisespannung mit Strom versorgt. Man muss nur darauf achten, einen USB-Hub mit eigener Stromversorgung zwischenzuschalten, weil das iPad auf alle größeren Verbraucher äußerst allergisch reagiert.

1 Netzteil sparen, 1000 neue Möglichkeiten gewinnen

Wäre es nicht schön, das Keyboard direkt an das IO Dock anschließen zu können und auf diesem Weg ein Netzteil (a.k.a. „Wandwarze“) loszuwerden? Leider hat das Dock den falschen Stecker: An den eingebauten USB-B-Stecker (das sind die fast quadratischen, wie sie sich in Druckern und externen Festplatten finden) muss man irgendwo einen Computer anschließen. Ein USB-Bus braucht nämlich einen Master – einfach nur einen Hub anzustöpseln würde nicht reichen. Was aber auch heißt: es gibt leider keine einfache Möglichkeit, weitere USB-Peripherie anzustöpseln – sei es ein weiteres Audio-Interface, sei es eine Kamera, sei es ein Keyboard. Spätestens, wenn mein von mir via Kickstarter stolz mitfinanzierter Superluxus-Musik-Controller kommt, ist das kein Zustand mehr – der hat nämlich ohne Zusatz-Hardware gar kein Midi mehr, und ich wäre gekniffen.

Deshalb reifte in mir schon länger die Vorstellung, dem IO Dock mit einem kleinen chirurgischen Eingriff einen Extra-Hub zu verpassen. Der könnte Geräte wie mein Keyboard problemlos mit Strom versorgen – und für ausreichend Anschluss sorgen. Seit heute weiß ich, dass das nicht nur eine theoretische Möglichkeit ist: man kann den Hub zwischen iPad und Dock einschleifen – und wie beim Camera Connection Kit ist das iPad dann der USB-Master. Das IO Dock funktioniert wie gewohnt, aber man kann weitere Geräte anschließen und aus dem Hub mit Strom versorgen. Das lässt sich alles sogar bequem ins IO Dock einbauen!

Testweise frei verdrahtet: Ein USB-Hub "im" IO Dock

Testweise frei verdrahtet: Ein USB-Hub „im“ IO Dock

Loopy HD erkennt das Dock ohne Probleme - trotz zwischengeschleiften Hubs.

Loopy HD erkennt das Dock ohne Probleme – trotz zwischengeschleiften Hubs.

Wie das lief, darüber demnächst mehr. Detailliertes Howto und Video folgen, wenn der Einbau fertig ist.

Nebenbei: Wahnsinn, was sich alles getan hat, als ich mich über die Unstimmigkeiten der Musiksoftware auf dem iPad ausgemährt habe. In diesem Dreivierteljahr sind viele der Probleme, die ich beschrieben habe, verschwunden; die Software ist erwachsen geworden. Man kann ihr regelrecht beim Reifen zusehen. Und großen Anteil daran haben Einzelkämpfer wie der Loopy- und Audiobus-Entwickler Michael Tyson. Wie die sich mit ihrer Nutzergemeinde austauschen, um Bugs auszubügeln und neue Features zu erfinden, ist großartig. Wäre doch nur Apple auch so offen – dann wäre uns der zu nichts kompatible Steckverbinder im neuen neuen iPad erspart geblieben, es würde weiter ins IO Dock passen und ich hätte mir mit Sicherheit eins gekauft – die zusätzliche Prozessorleistung kann man für Musik gut brauchen. Seufz.

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6 Gedanken zu „Proof-of-concept: Alesis IO Dock bekommt einen Hub

  1. Pingback: Tech Hack: Alesis IO Dock with USB Hub | untergeek

  2. Pingback: Alesis iO Dock Hack: USB Ports für den Anschluss von MIDI-Controllern.

  3. Hallo undergeek,

    Könntetst du mir mein IOdock mit den USB anschlüssen umbauen?
    Ich traue mich das nicht ,denn ich weis nicht ,welche erfordlichen Komponenten ich kaufen muss.kann ich z.b.einen normalen USB Hub auseinanderbauen und dieses verwenden? Welche Kabel kommen zum Einsatz im inneren des iodock?ich komme aus Koblenz und müsste dir den iodock dann zusenden.

    Vielen lieben dank im voraus

    Gruß

    Ulrich Mellenthin
    [EDIT]
    Tel.:****-*******

    • Hallo Ulrich,

      danke für die nette Anfrage, die ich aber kalt ablehnen muss – ich habe ohnehin schon nicht genügend Zeit für meine eigenen Basteleien und Musikspielereien. (So ist das halt mit zwei kleinen Kindern – aber das ist ja auch eine Form von kreativ sein. ;)

      Mein Tipp wäre: Schau doch mal, ob es in Deiner Nähe einen Hackerspace gibt – dort finden sich (a) die nötigen Werkzeuge, (b) Menschen, die gerne basteln und die Dir (c) dabei helfen, Dein Ziel umzusetzen.

      Erste Recherche ergibt: die Gründung eines Hackerspaces in Koblenz ist offenbar gescheitert, aber über https://twitter.com/HaXKo und die dortige Linux-User-Group kommst Du sicher in Kontakt zu ein paar Bastlern…

  4. Hallo! Ich habe nach Lektüre dieser Seite noch ein IO Dock 1 erstehen können und aufgeschraubt. Die hier angesprochenen Stecker erinnerten mich sofort an die im Modellbau für LiPo Balancer üblichen JST XH Stecker, nur dass diese ein RM von 2,5mm (nicht 2,54mm) haben. Eine Kurzrecherche führte zum englischen Wikipedia Artikel „JST connector“. Dort sind verschiedene Stecker von JST beschrieben. Der richtige für den Mod sollte der JST PH mit 2mm Rastermaß sein. Über die Typenbezeichnung gelangt Ihr sicherlich zu einer Bezugsquelle. LG Wolfgang

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