Untergeek proudly presents: Ikea Moodstar

Ein Nachmittags-Quickie: Im Winter hatte Ikea LED-Hängeleuchten als Teil seiner Kallt-Serie im Programm; Blech-/Plastikkugeln in der Größe eines Faustballs, die ihr LED-Licht über Glasfaserbüschel abgeben und damit wunderbar 70er-oldschool wirken. Und die Glasfasern reizen gerade Männer dazu, sie zu streicheln – warum, weiß ich auch nicht, aber ich konnte es nicht nur bei mir selbst beobachten, sondern auch bei allen anderen Ikea-Kunden. Also: Du, Kallt, wirst meine neue Bibliotheksleuchte.

Leider hieß Kallt zu Recht so – die LED-Strahler im Innern geben kein sehr interessantes Licht ab; selbst das angeblich warmweiße LED-Licht wirkt immer noch kalt, blau und funzelig, etwa so wie im ersten Foto oben. Als „Moodlight“, als farbwechselnde LED-Leuchte, wäre der Ikea-Stern doch viel schöner. Also: ein schnelles, kleines Umbauprojekt – ist an einem Nachmittag bequem erledigt, und die Bauteile kosten summa summarum keine 100 Euro.

  • eine Ikea-Kallt-Lampe (nur noch antiquarisch)
  • 2x RGB-LED-Streifen mit 9 LEDs (gibt’s bei Conrad),
  • ein Microcontroller-Steuergerät (gibt’s auch bei Conrad),
  • einen handelsüblichen IR-Empfängerchip TSOP1736 und ein wenig Kabel.

Das Angenehme: Da die Lampe ohnehin auf LED-Technik basiert, ist das Vorschaltgerät für die Netzspannung schon vorhanden. Im Originalzustand tun übrigens drei in Reihe geschaltete Diodenarrays Dienst, vom Typ Intematix Cetus C6060E – ausbauen und für spätere Projekte zur Seite legen. Dann werden die beiden LED-Streifen hintereinandergelötet, je zweimal gefaltet und auf das dreieckige Aluprofil im Inneren der Lampe geklebt. Der Controller passt mit in die Lampe, wenn man ihn aus seinem Gehäuse befreit.

Fernsteuererklärung

Raffinesse bekommt das Projekt dadurch, dass der Conrad-Controller einen Anschluss für einen IR-Empfänger hat. Natürlich kann man die Lampe dann mit einer Universal-Fernbedienung steuern, wie es die spärliche Bedienungsanleitung empfiehlt – übrigens mit den IR-Codes eines Philips-DAT-Rekorders – oder man stattet seinen Computer mit einem kleinen IR-Sender aus und bringt ihm bei, beispielsweise bei einer neuen Mail oder Twitter-Reply die Lampe auf rot oder grün zu schalten…

Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt geht es erst einmal darum, die Lampe empfangsbereit zu machen. Dafür wird der Empfänger auf eine kleine Platine gelötet – mit einem Stütz-Elko und einem Begrenzungswiderstand – und in das unterste Loch des Kallt-Gehäuses gesetzt. (Wer möchte, kann sich den Empfänger übrigens auch fertig bei Conrad bestellen.) In diesen Löchern sitzen normalerweise die Glasfaserbüschel, die ich aber für die Montage entfernt habe; das unterste würde sowieso verwaisen, weil sie unter der Platine sitzt, die das Licht blockiert. Also klebe ich die Platine mit dem Empfänger in das Loch und führe ein Kabel nach innen – Lampe empfangsbereit.

Übrigens habe ich bei der Recherche zu diesem Post ein ganzes Forum voller solcher Basteleien entdeckt. Und da findet es sich etwas eng Sinnverwandtes mit einer Vado-Lampe. Nice. Bei der Gelegenheit sei auch auf meine Leuchtenabenteuer mit Tina und Senso verwiesen.

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4 Gedanken zu „Untergeek proudly presents: Ikea Moodstar

  1. Pingback: Breaking von Ikea: Kallt heißt jetzt Strala! | untergeek

  2. Der Untergeek hat leider weder Impressum noch Kontakt auf seiner Seite, also muss ich den Kontakt wohl über das ungeeignete Kommentarfeld suchen…
    Erstmal: Schöner Mod, auch wenn mein Interesse an der Lampe woanders liegt:
    Für ein Modellbauprojekt bin ich auf der Suche nach größeren Mengen Glasfaser zwecks Lichtleitung. Bisher hatte ich mich auf diese Ufo-Lampen mit Glasfaserbüscheln eingeschossen, allerdings sind mir die Fasern etwas zu dünn. Von den Bildern her scheinen die von Kallt etwas dicker zu sein. Könntest du (falls dein Moodstar noch existiert) mel ne Schieblehre an eine der Fasern halten und mir verraten, wie dick die sind?
    Vielen Dank und viele Grüße!
    Matz

    • Danke für’s Lob und für den milden Kommentar- und Impressums-Tadel, war bei der Umstellung des Themas unbemerkt über die Wupper gegangen; notdürftig korrigiert.

      re Glasfasern: da muss ich in den Keller. Wird. Antwort per Mail.

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