MakeProAudio Dinopark Synth – erste Einzelheiten

MPA Dinopark synth board PCB
Sieht möglicherweise so un-vintage aus, wie man als Synthesizer nur aussehen kann – verspricht aber sehr authentische Prophet-5-, Minimoog-, und ARP-Odyssey-Erfahrungen, letztere sogar polyphone.

Erste Eindrücke von einer kleinen Platine, die Großes verspricht: der DINOPARK von MakeAudioPro, die jüngste Iteration der DSP-basierten Emulationen von Creamware, später SonicCore, später der „Plugiator“. Von dem ist das Platinchen gewissermaßen eine upgedatete Bastler-Version – für 200 Euro (mit Frühbucherrabatt) ein No-Brainer. Ich hatte mal einen Creamware Pro-12, der leider gehen musste, um den Radias zu finanzieren, aber eigentlich tut mir das immer noch Leid.

Also: DINOPARK gebucht, bezahlt, gewartet – etwas länger als angepeilt, ja nichts Unübliches bei neuen Produkten – und mit der Auslieferung vergangene Woche noch das Versprechen bekommen, dass die Frühbucher-Boards alle Synth-Modelle kriegen. Danke!

Wo schließe ich was an?

Die nackte Platinen-Version ohne Anschlusskit zu kaufen, ist womöglich etwas kühn gewesen, insbesondere, als die Dokumentation zu wünschen übrig lässt. Ein Mailwechsel mit MPA-Gründer Frank Hund – der keine halbe Stunde brauchte, um mir zurückzuschreiben – hat mir die wichtigsten Infos verschafft:

  • Anschluss an selbst gebaute (Arduino-)Hardware sollte über den MIDI-Steckverbinder erfolgen. (Der linke der beiden schwarzen Stecker.) Die beiden Datenleitungen für In und Out transportieren logisch ein MIDI-Signal, elektronisch brauchen sie aber noch die übliche Ausgangsschaltung, Optokoppler, Diode, Widerstände, die 5-Pol-DIN-Buchsen. Und darauf achten: Das Signal aus dem DINOPARK hat 3,3V, nicht 5V.
  • Von der Verwendung des UCC-Verbinders rät Frank Hund derzeit ab – elektronisch ist er der Zwilling des MIDI-Steckers, aber er nutzt ein wesentlich komplexeres Protokoll, das man nur mit der entsprechenden Arduino-Library nutzen sollte. Sie ist für Ende des Jahres angekündigt.
  • Wie die DIP-Schalter zur Konfiguration belegt sind? Keine Ahnung, muss noch experimentieren. Ich nehme mal an, der erste schaltet Omni On/Off, die nächsten vier bestimmen den MIDI-Kanal. Info wird nachgereicht.
  • Ein 12-V-6-W-Netzteil von Voltcraft (bei Conrad) passte perfekt und reichte auch aus…
  • …um am USB-A-Stecker noch einen MIDI-Controller zu betreiben: Mit meinem Novation SL MKII habe ich dem DINOPARK tatsächlich die ersten Töne entlockt. Dass der DINOPARK als USB-Master und Stromversorgung arbeiten kann, ist sehr, sehr cool.
Steckerbelegung, soweit ich sie bis jetzt notiert habe.

Wie steuere ich den DINOPARK an?

  • Wie gesagt: Im Auslieferungszustand ist er auf OMNI geschaltet.
  • Zwischen den Synth-Modellen – den verschiedenen Emulationen – schaltet man mit einem MIDI-Bank-Select um: CC#0, Modellnummer (s.u.), CC#32, Preset-Bank (0 = Presets, 1 = User). Das steht übrigens in den MIDI-Spezifikations-Blättern genau falsch herum drin, aber ich habe es experimentell bestätigt: cc#0 (Bank H) -> Modellnummer, CC#32 (Bank L) -> Preset/User.
  • . Jetziger Wissens- und Softwarestand:
    • Bank 0: Das Moog-Modell, „Minimax“
    • Bank 1: Das Prophet-5-Modell, „Pro-12“
    • Bank 2: Das ARP-Modell, „Prodyssey“
    • Bank 3: Die Orgel-Emulation „B4000“
    • (Fehlen noch der vom VS inspirierte Lightwave, der „Vocodizer“, ein FM/PD-Synthesizer namens FMAGIA und das „Drums ’n‘ Bass“-Modell.
  • Noch ein paar kleine Fehler/Auslassungen, die mir in den MIDI-Spezifikationen aufgefallen sind: Beim „Prodyssey“-Midi-Blatt ist der Regler für die VCA-Modulation fälschlich alc CC#51 angegeben (in Wirklichkeit: CC#11.) CC#51 ist der VCA-Gain-Regler, der in der Auflistung fehlt. Mit „Keyboard Envelope Velocity – CC#12 – ist die Anschlagsdynamik-Steuerung für den ADSR-Generator gemeint („ADSR Envelope Velocity“).
  • Was auch fehlt: Wie man einen Sound speichert. Offenbar geht das über MIDI so: PC#111 senden, dann die Nummer des Speicherplatzes, in dem gespeichert werden soll.
  • Der DINOPARK hat die nette Eigenschaft seiner Vorfahren, dass jeder Parameter über einen MIDI-CC steuerbar ist und das Gerät beim Umschalten zwischen Presets jeden Paramter auch per CC sendet. Regler können die Einstellungen für den Sound dann übernehmen. Look Ma, no Sysex!
  • O—kay, einige gehen auch als NRPN raus – die CCs reichten nicht mehr aus. Das ist nämlich eine Änderung gegenüber den Vorgänger-Modellen: Die Controller-Belegung ist nicht die gleiche. Alte Controller sind also nicht mehr kompatibel.

Für die vier oben erwähnten Modelle gibt es die MIDI-Belegung auf der DINOPARK-Support-Seite.

Ich hatte mir ein iPad controller panel für den Creamware Pro-12 gebastelt, da aber wie gesagt die Parameter umgezogen sind, muss ich es umbauen. Keine große Sache, dachte ich, und wollte damit mal wenigstens für ein Modell einen Controller haben. Das ist es dann aber doch – zum einen, weil sich wirklich viel geändert hat, zum anderen, weil die Software für das MIDI-Controller-Panel struppt.

TB MIDI Stuff, die 4-Euro-App, mit der ich diese Controller realisiere, stürzt leider derzeit beim Bearbeiten dauernd ab (wenn man das Panel nur verwendet, ist sie stabiler). Eine Nachfrage beim Entwickler hat ergeben: er arbeitet tatsächlich an einer neuen Version, die nötig wurde, weil iOS sich so sehr verändert hat. Kommt im Herbst.

Spätestens dann sollte jede/r Musiker/in mit iPad TB MIDI Stuff besitzen! (Ich finde es sensationell, dass ein Einzelkämpfer wie der TBStuff-Entwickler sich auch nach Jahren noch um das Tool kümmert – und ich liebe es.)

Downloadkram

Es war ein wenig mühsam, aber mit dem im Video beschriebenen Workaround habe ich immerhin mal Panels für „Minimax“ und „Pro-12“ gemacht. (Update, 11.9.: Und den „Prodyssey!“ Hässliches Panel, geiler Synth!) Kann man als TBMS-Canvas genau hier downloaden. Mecker und Lob bitte schicken!

Und noch was: Der Novation-Controller hat natürlich genügend Knöpfe zumindest für fast die komplette „Minimax“-Oberfläche. Ein Template für den Novation SL MKII hier zum Download.

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